Wer sich mit seiner Wirklichkeit auseinandersetzten will, der muss sich auch mit der Wirklichkeit seiner Mitmenschen auseinandersetzten. Darum lese ich die Bild-Zeitung.
Gestern habe ich Erfahren, dass Josef Fitzl Liebesbriefe in seine Gefängniszelle bekommt. Er hat übrigens eine Einzelzelle, da sein Leben im Gefängnis wohl permanent von den Mitgefangenen bedroht ist. Allgemein ist ja bekannt, dass es im Gefängnis eine Rangordnung gibt und Kinderschänder befinden sich ganz unten. Ständig in der Gefahr von den anderen Gefangenen angegriffen zu werden.
Interessant sind Überlegungen, warum die übrigen „schweren Jungs“, Mörder, Vergewaltiger, Schläger und Räuber, so vehement „Recht und Ordnung“ durchsetzten wollen?
Hier gibt es meiner Ansicht nach nur eine wirklich schlüssige Antwort mit Bezug auf sozialpsychologische Faktoren. Der Mensch vermeidet Isolation und wünscht sich Gratifikationen in Form von Anerkennung. Kann er diese nicht erhalten, so hilft es oft, wenn er wenigstens Gruppen hat, auf die er herabschauen kann. Das hilft ihm auch mit seiner eigenen, schwierigen Situation umzugehen und diese zu kompensieren.
Ein Häftling, ist schon an der untersten Skala der Gesellschaftlichen Rangordnung angekommen. Nichts gilt der Gesellschaft als schlimmer. Die einzige Gruppe die noch unter ihm steht, ist quasi in seiner eigenen Untergruppe zu finden. Die Kinderschänder. Über diese kann er sich erheben und erfährt dadurch eine versteckte gesellschaftliche Anerkennung. Denn verprügelt er im Gefängnis einen Kinderschänder….so kann er sich wenigstens unterbewusst sicher sein, das ein großer Teil der Gesellschaft, dieses Verhalten in einer gewissen Art und Weise, als eine Art archaischer Gerechtigkeit, wahrnimmt. Er wird somit zum Rächer unschuldiger Kinder und nimmt die Funktion wahr, die ein von vielen oftmals als zu lasch betrachtetes Justizsystem nicht durchführen kann und darf.
Ja das kann man so sehen, dass die sich selbst in ein besseres Licht setzten möchten. Durchaus. Interessante Annahme.
Von: JuergenMeiersdorfer am 13. Juni 2008
um 12:12
Pädophile sollte man fur immer verurteilen…! Diese sind echt verrukt!
Von: Susanna am 20. Juni 2008
um 13:16
sehr gut, dass er bestraft wurde… er hat ein Kindheit kaputt gemacht…
Von: Fredy am 20. Juni 2008
um 13:33
Seine Straffe war nicht hart genug meine ich , da er ein Kinderleben kaputt gemacht hat .Die Kinderschänder sollten im Gefängniss bestraft werden denn sie verdienen ja diese Straffe.
Die anderen Gefangenen wollen sich ins Licht setzen und damit zeigen das Dienstahl,Einbruch nicht ganz so schlimm wie Kinderschändung ist
Von: Petra Henning am 22. September 2008
um 12:07
Sehr schlimm dieses Verhalten, das bestraft werden muss. Trotzdem interessiert mich, weshalb die Evolution (wer es lieber religiös mag – weshalb Gott) dieses Verhalten im Homo-Sapiens zulässt.
Wie hoch ist der prozentuale Anteil in der männlichen Bevölkerung? Gibt es auch pädophile Frauen? Wo und wann wurde dieses Phänomen zum ersten Mal beschrieben. Gibt es dieses abnorme Verhalten auch bei Naturvölkern? In welchem Alter öffnet sich das Fenster und welche Umstände lösen es in der Regel aus? Sind diese Menschen – ähnlich den Homosexuellen – irgendwie genetisch prädestiniert? Bis zu welchem Alter kann sich dieses Verhalten aktivieren? Man hört z.B. oft von Menschen, die erst im Alter – wenn die Kinder quasi schon groß sind – bisexuelle oder homosexuelle Neigungen an sich entdecken.
Falls es sich um eine Gen-bedingtes Phänomen handelt sollte einmal wissenschaftlich hinterfragt werden, warum die Natur dieses Verhalten erfunden hat und zu welchen Zweck? Falls der Mensch im Grunde keinen freien Willen hat – wie namenhafte Hirnforscher vermuten – dann sind die Betroffenen im Grunde ganz bedauernswerte Menschen, die mit dieser Veranlagung quasi als mentale Krüppel geboren werden. Also so wenig für ihr pädophiles Verhalten Schuld sind, wie ein Blau-Äugiger für die Farbe seiner Augen.
Da kann man noch so sehr auf diese Personen eindreschen, wenn es die Evolution (oder Gott) so steuert, kann der Betroffenen nichts dafür. Man sollte da eher Mitleid haben und froh darüber sein, nicht selbst Betroffener zu sein. Ich glaube in zwei bis drei Generationen wird man ziemlich genau bestätigen, dass das Universum zum ewigen Wandel (zum ewigen Fortschritt) gezwungen ist und alles was machbar ist realisieren muss. Insofern sind wir eher Spielbälle in der Schöpfung als selbst Schöpfer. Das heisst: Unser Verhalten gegenüber Andersartigen ist gleichsam eine perfide Erfindung der Evolution. Das heisst: Obwohl wir wissen, das Pädophile psychisch krank sind, dreschen wir verbal und mit Fäusten auf sie ein. Dabei merken wir nicht, wie krank wir selbst durch Unwissenheit sind. Damit will ich keineswegs diese schändlichen Taten verharmlosen. Mich interessiert Ursachen und Wirkung.
Von: Volkero am 11. November 2008
um 19:10
“Die einzige Gruppe die noch unter ihm steht, ist quasi in seiner eigenen Untergruppe zu finden. Die Kinderschänder. Über diese kann er sich erheben und erfährt dadurch eine versteckte gesellschaftliche Anerkennung.”
Ich glaube die Tatsache, dass viele Insassen teilweise selbst eigene Kinder haben (oder zumindest ‘Onkel’ sind) spielt da auch eine Rolle.
Von: Mike am 23. März 2011
um 11:27