Aus aktuellem Anlass ist es mal Zeit, über den Einfluss von Macht und Geld auf die menschliche Psyche zu sprechen. Ob es nun ein Herr Bsriske von der Gewerkschaft Verdi ist, der kostenfrei ausgerechnet mit der Fluglinie 1. Klasse in den Urlaub jettet, die er eine Woche später bestreiken muss, ein Gerhard Schröder, der sich seine Rente mit einem Posten bei Gasprom aufbessert oder ein Joschka Fischer, der sich als ehemaliger aktiver Friedenskämpfer sicher nicht hätte träumen lassen, dass er der erste Nachkriegsaußenminister sein wird, unter dessen Regie wieder Krieg von deutschen Boden ausgeht. Sie alle haben mal klein angefangen und mit der Zeit durch die dazugewonnene Macht und durch die Verlockung des Geldes ihre alten Ideale verraten und sind zu den Menschen mutiert, deren asoziales Verhalten sie zu Beginn ihrer beruflichen Laufbahn noch kritisiert und bekämpft haben.
Wie entsteht solch eine Entwicklung, wie ist sie zu verstehen oder zu begründen. Zum Betriebsrat wird man von der Belegschaft gewählt, weil diese der Meinung ist, dass man besser als andere die Interessen der Arbeitnehmer vertritt. Auf dieser Stufe fühlt sich das Leben noch ganz normal an, man kennt seine Ziele und kämpft dafür. Als Betriebsratsvorsitzender sieht es eventuell schon anders aus. Man steht in engerem Kontakt mit der Geschäftsführung, wird auch mal zu Veranstaltungen eingeladen, zu denen man sonst keinen Zutritt gehabt hätte, geht nicht mehr seinem eigentlichen Beruf nach und wird von unten wie oben hofiert. Wer an dieser Stelle keinen starken Charakter beweist, der erliegt schnell den Verlockungen der Macht und des Geldes, denn um den Betriebsratsvorsitzenden milde zu stimmen haben die Personalchefs so ihre Tricks.
Die Gewerkschaftskarriere verläuft nicht so viel anders. Aus dem einfachen Straßenkämpfer, der bei Streiks die Arbeitnehmer unterstützt, indem er Plakate organisiert, verteilt oder aufhängt, indem er Kaffe und Kuchen serviert und in Gesprächen die Belegschaft motiviert, wird mit den Jahren ein Papiertiger, der nur auf die Beförderung wartet, denn schließlich weiß man ja, dass die Blätter des Gewerkschaftbaumes immer nur nach oben fallen. Nun wird man natürlich vom Sitzen im Büro nicht Gewerkschaftvorsitzender, da muss man schon etwas mehr unternehmen, als nur den täglichen Gang in die Kantine zu absolvieren, aber das Prinzip bleibt das gleiche. Die Motivation, die man ursprünglich hatte ist nicht mehr vorhanden und es treten andere Motive an Stelle des alten Idealismus. Die Eigenversorgung steht jetzt im Vordergrund und ganz nach dem Motto: „Gelegenheit macht Diebe“ wird natürlich dort am meisten geklaut, wo auch am meisten zu holen ist.
Die Herren Bsirkse, Schröder und Fischer haben auf eindruckvolle Weise bewiesen, dass Gerechtigkeitssinn, soziales Denken und Bescheidenheit nicht das Kennzeichen einer politischen Gesinnung sind, sondern lediglich ein Zeichen der Unzufriedenheit mit dem eigenen Leben. Schließlich hat man ja keine Möglichkeit an die Futtertröge der Gesellschaft zu gelangen und wird daher zum Kämpfer aus Neid.
Für mich ist es sehr interessant zu sehen, wie auch heute noch Mechanismen funktionieren, die bereits Karl Marx erkannt hatte.

Heutzutage dreht sich alles um das Geld. Es ist schade, dass Menschen auf ihre Seelen nicht mehr achten…
Grüssis
Von: Super Stefi am 14. August 2008
um 13:19