Verfasst von: Christian | 22. September 2008

Das Problem mit der Statistik

Ich stehe von Montag bis Freitag immer um 7.00 Uhr auf, um pünktlich um 8.30 Uhr am Arbeitsplatz zu erscheinen. Am Wochenende hingegen schlafe ich meistens aus und stehe gegen 10.00 Uhr auf. Im Durchschnitt stehe ich also etwa gegen 7.51 Uhr auf, was bedeuten würde, dass ich jeden Tag zu spät zur Arbeit erscheine. Statistisch gesehen werde ich also in etwa einer Woche arbeitslos sein, da ich nicht zu den 30% gehöre, die in Gleitzeit arbeiten und mich mein Chef wegen der ständigen Verspätung kündigen wird. Logisch, oder?

Bei fast allen Statistiken kann man Anhand des Ergebnisses nur eins ablesen, nämlich, wer sie in Auftrag gegeben hat. Glauben Sie, dass Greenpeace eine Studie in Auftrag geben wird, deren Ergebnis belegt, dass der Verzehr von Walfischfleisch das Risiko von Herzerkrankungen senkt? Oder dass Bayer BASF eine Feldstudie finanziert, deren Ergebnis zur Folge Aspirin in seiner Wirkung genau den gleichen Effekt hat, wie der tägliche Verzehr eines Apfels? Entscheidend ist doch immer, was untersucht wird und wie es geschieht. Gefällt das Ergebnis nicht, dann ändern sie einfach die Untersuchungsbedingungen solange, bis eine Aussage zustande kommt, die dem Auftraggeber genehm ist.

Wichtig ist aber auch, dass das Ergebnis dem Leser gefällt. Wir essen alle gerne Gerichte, die etwas fettreicher sind. Fett ist für den Transport von Geschmackstoffen verantwortlich, d.h. man kann sagen, je mehr Fett ein Gericht enthält, umso geschmacksintensiver ist es. Nun steht Fett aber traditionell in dem Ruf ungesund zu sein, denn es macht dick und erhöht den Cholesterinspiegel. In den letzten Jahren findet man immer öfter Studien darüber, dass es durchaus gesunde Fette gibt. In keiner dieser Studien habe ich eindeutige Zahlen gefunden. Es wurden lediglich Inhaltsstoffe untersucht, differenziert und dann behauptet, diese seinen gesund und jene seien schädlich. Eine seriöse Studie würde anhand von langfristigen Untersuchungen am Menschen durchgeführt werden, was aber in diesem Fall nicht nötig ist, weil uns das Ergebnis gefällt. Man kann also sagen, je angenehmer oder wahrscheinlicher uns das Ergebnis einer Studie erscheint, umso unkritischer werden wir und umso weniger Aufwand muss vom Auftraggeber betrieben werden. Um Wahrheiten geht es hier schon lange nicht mehr, sondern nur am Emotionen.

Die vielleicht prominenteste Studien beziehen sich auf die Folgeerkrankungen des Rauchens. In Deutschland sterben angeblich 45.000 Menschen pro Jahr an den Folgen von Tabakkonsum. Jedem müsste ersichtlich sein, dass eine solche Aussage überhaupt nicht zu halten ist, da andere gesundheitsschädliche Effekte nicht ausgeschlossen werden können. Die meisten Raucher trinken zum Beispiel auch Alkohol, sie ernähren sich nicht gesund, sie haben Stress usw. Diese Risikofaktoren werden in den Studien einfach ignoriert, weil es zu aufwändig wäre, alle Kombinationsmöglichkeiten durchzurechnen. Raucher mit Alkohol, ohne Alkohol, mit Stress, ohne Stress, mit gesunder Ernährung oder als Fastfood Fanatiker.

Aber gerade die Kombination mit anderen Risikofaktoren kann doch entscheidend sein.

Wer aber finanziert solche Antiraucherkampagnen? Im Falle des letzten skandalösen Nichtraucherschutzgesetzes war es ein Bundestagsabgeordneter, der früher bis zu 100 starke filterlose Zigaretten am Tag geraucht hat. Als sein Vater, der nur etwa 70 Zigaretten dieser Marke geraucht hatte, im fortgeschrittenen Alter an Lungenkrebs starb, erwachte der Messias in ihm und er stand auf, um die Menschheit zu retten.

Im übrigen: Mathematiker bestätigen, dass 99% aller veröffentlichten Studien nicht im geringsten den Ansprüchen an die einfachsten Grundlagen der Statistik genügen.


Antworten

  1. Jeder Studium wird veroeffentlicht von Leuten die etwas daran zu gewinnen haben. Und kein Studium wird veroeffentlicht der auch die Kriterien der Untersuchung enthaelt.

  2. Ich finde den Sinn eines solchen Unternehmens nicht. Wer wird denn von einer Statistik ueberzeugt?
    Heisst das nicht wenn du Menschen und Fakten in Ziffern verwandelst verlierst du ihre Auswirkung?


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