Verfasst von: Christian | 3. Oktober 2008

Das Internet macht dumm


Die Welt wird flach, dem Internet sei Dank. Dasselbe scheint auch unserem Denken zu drohen. Dafür verantwortlich, auch das Internet. Schuld daran sind die explosionsartig verbreiteten Kommunikationskanäle im Web. Belanglosigkeiten, flüchtige Notizen und peinliche Eingeständnisse verbreiten sich wie ein Virus aus und beseelen das Web mit Blabla. Man kommuniziert mittlerweile rund um die Uhr und rund um den Globus. Es piept, es klingelt und vibriert überall und gleichzeitig. Wer aber neben der Arbeit ständig seinen Posteingang überwacht, Online-Ticker überfliegt und die Kommentare zu seinem Weblog prüft, der versetzt sein Gehirn in einen permanenten Stresszustand. Das bleibt nicht ohne Folgen.

Zuerst sinkt unsere Konzentrationsfähigkeit. Schon heute werden Büroarbeiter im Schnitt alle elf Minuten unterbrochen, weil der Outlook Alarm schlägt. Eine Studie unter amerikanischen Internet-Nutzern ergab, dass die Zahl der Medien, die sie parallel einsetzen, stärker steigt als die Zeit, die sie online verbringen. Die „permanente Halbaufmerksamkeit“, die laut der amerikanischen Autorin und Ex-Microsoft-Managerin Linda Stone dadurch ausgelöst wird, hat gravierende Folgen für Lernfähigkeit, Ausdrucksvermögen und Kreativität.

So ergab eine Studie des Londoner King´s College, dass Menschen, die neben ihrer Arbeit fortwährend E-Mails lesen und schreiben, so arbeiten, als hätten sie einen um bis zu zehn Punkte geringeren Intelligenzquotienten (IQ). Zum Vergleich: Das Rauchen eines Joints verringert das geistige Potenzial allenfalls um vier IQ-Pukte.

Auch der Technologie-Kritiker Nicolas Carr meint: Weil wir im Internet alles binnen Sekunden finden können, verflacht unser Denken. Denn anstatt das Wissen im Web zu durchdringen, zu analysieren, zu verarbeiten und zu memorieren, konsumieren wir die Informationen nur, oder bookmarken die Stelle, wo wir sie wiederfinden können.


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