Eigentlich dürften wir in unseren Breitengeraden keine Angst vor Spinnen haben. Schließlich sind die hier ansässigen Arten für den Menschen absolut ungefährlich. Nur die äußerst selten vorkommenden Wasser- und Dornfingerspinnen können dem Menchen einen schmerzhaften Biss zufügen, der allerdings auch keine bleibenden Schäden hinterlässt.
Das lässt nur den Schluss zu, dass diese Angst nicht von der Gefährlichkeit dieser Tiere herrührt, sondern sie andere Gründe haben muss.
Dazu gehören folgende Gründe:
- Spinnen treten zum Teil unvermittelt, plötzlich und scheinbar ohne Vorwarnung nahe am Körper auf.
- Schnelle unvorhersagbare Bewegungsänderungen – wobei die Schnelligkeitswahrnehmung immer in Relation zur Körpergröße des Tieres steht.
- Ein stark vom Menschen abweichendes Körperschema. Je stärker die Abweichung, desto unheimlicher wirkt das Tier.
- Ein weiterer Faktor: die Ekelkomponente. Hier spielt der mit der Spinne assoziierte Schleim oder Schmutz eine große Rolle.
Aber dann stellt sich doch die Frage, warum es trotzdem Menschen gibt, die mehr Angst bis panische Angst haben als andere? Natürlich gibt es diejenigen, die ein einprägendes oder gar traumatisierendes Erlebnis in der Kindheit hatten und sich beim Anblick einer Spinne immer schlagartig daran erinnern, aber das ist nur ein verschwindend kleiner Teil. Der großteil wird von den Eltern und den Medien schon so vorgeprägt, so dass die Spinne als das Böse und Eklige dargestellt wird. Wenn Vater oder Mutter auf den Anblick von Spinnen überzogen reagieren, dann „lehren“ sie dem Kind buchstäblich das Fürchten.
Arachnophobie ist eine der gängigsten Phobien. Solche „krankhaften Ängste“ sind weit verbreitet. Kommt der Betroffene in eine kritische Situation sind Reaktionen wie Schweißausbrüche, Herzklopfen oder Übelkeit ganz und gar unvermeidbar.
Abhilfe schafft vor allem der häufige Umgang mit dem „Wesen“, dass bei einem so viel Angst hervorruft. Durch den häufigen Kontakt verliert das Tier sein Schrecken, denn es ist nicht mehr unbekannt, es verhält sich „vorausschaubar“ und sein „komisches“ Aussehen ist nicht mehr fremd.
Ich kann das Geschilderte gut nachvollziehen, ich bin empfinde selbst beim Anblick einer Spinne eine Art irrationale Abscheu. Ich vermute ebenfalls, dass das Bewegungsmuster für diesen Effekt verantwortlich ist, stelle aber in mir auch fest, dass Skorpione, Käfer und ähnliche Tiere für mich völlig unproblematisch sind. Schlangen, Ratten, Kröten, kein Problem, aber Spinne sind die große Ausnahme.
Bei mir handelt es sich glücklicherweise nicht um eine ausgewachsene Phobie, sondern eher um starke Antipathie gemischt mit Ekel, d.h. ich kann schon noch Räume betreten, in denen Spinnen sind…
Von: Sascha Dinse am 8. Oktober 2009
um 15:43