Verfasst von: Christian | 29. Mai 2008

Josef Fritzl – Amstetten – eine sozialwissenschaftliche Analyse

Nachdem sich der „Medien-Hype“ um Josef Fritzl und dem schrecklichen Vorfall in Amstetten ein wenig beginnt zu legen, möchte ich einen kurzen Beitrag hierzu veröffentlichen.

Viel ist geschrieben worden über diesen hoffentlich einmaligen Fall. Was war schlimmer? Die Vergewaltigungen der eigenen Tochter, die Zeugung von 7 Inzest-Kindern…oder das wegsperren von Menschen auf 24 Jahre. Kinder die ausschließlich in einem Verließ aufgewachsen sind.

Ich glaube ein Film, der so eine Geschichte hätte würde als zu unlaubwürdig abgetan werden. Man denkt an Kaspar Hauser.

Ich will noch abwarten bis es verlässliche Informationen den Zustand der eingeschlossenen Familie gibt.

Die Frage die mich jetzt interessiert ist aber inwieweit eine sozialwissenschaftliche Analyse der österreichischen Gesellschaft notwenig ist. Im Prinzip denkt man sich:“ So etwas kann im Prinzip überall passieren wo es einen Verrückten gibt“. Sicher…niemand wird ernsthaft behaupten können in seiner Gesellschaft sei so was nicht möglich. Aber warum haben sich in Österreich, einen kleinen Staat, in kurzer Folge, zwei im Prinzip ähnliche Fälle, (Natascha Kampusch) ereignet.

Die Frage muss erlaubt sein, ob es in Österreich soziologische Faktoren gibt, die ein solches Täterverhalten zum einen stimulieren und zum anderen die Durchführung einer solchen Tat begünstigt.

In meinen nächsten Beiträgen will ich auf diese Frage eingehen.


Responses

  1. Als ich diese Nachricht gehört habe kam es mir kaum zu glauben,es schien mir so unmglich. Wie kann man so etwas machen?Auch mit den eigenen Kind.. grausam,ich wäre aber ganz neugirig was weiter passiert ist unde was er für eine Straffe bekommen hat. Alles Gute!

  2. Eine sozialwissenschaftliche Studie wird es dazu bestimmt nicht geben. Dieser Wunsch ist schön oder verständlich – aber undurchführbar.

    Wie sollte der Inhalt der Studie aussehen ? Was wird davon erwartet ? Bestimmt wird die Studie kein Ergebnis darüber liefern, wieso solche Verbrechen möglich sind oder wie sie entstehen. Über Täter und Sexualisierte Verbrechen wurden sehr sehr sehr viele Bücher geschrieben, die man alle lesen kann. Das Muster ist immer wieder ähnlich, nur das Ausmaß ist unterschiedlich.

    Besser ist die Frage, wieso in Österreich 2 Fälle ans Tageslicht kamen und in welchen Ländern (Deutschland, Schweiz z.B. als Nachbarländer) oder Orten so etwas oder so etwas ähnliches auch heute noch unentdeckt möglich ist. Wie es möglich sein kann, dass solche Verstecke gebaut werden und nie überprüft, z.B. (von Inspektoren, die sich nicht ankündigen). Ob jemand geschmiert worden ist, damit diese Hausabteile und alles Zubehör dafür nicht irgendwo schrifltich festgehalten wurden. Beides kam nur ans Tageslicht, da sich die Opfer wehrten, davonliefen bzw. halb starben.

    Andere Studien über verschiedene sozio-ökonomische Standpunkte oder Einsichten gibt es sehr wohl. Eine wurde erst kürzlich veröffentlicht.

    Eine Studie über Verbrechen und Gewalttäter wird es dahingehend nicht geben, da manche Fälle mit anderen nicht vergleichbar sind. Es bedarf hier Profiler, Kriminalistik, usw.

    Abgesehen davon finde ich es schon etwas übertrieben gleich wegen 2 (!) (nicht etwa 100) Fällen, die zufälligerweise in einen kurzen Zeitrahmen fallen (der Aufdeckung, aber schon vor vielen Jahren ihren Lauf nahmen !!!), auf die Gesamtheit aller Österreicher zu schliessen.

    Ein ähnliches Vorgehen wäre im Guten, zu sagen, weil Dein Urgrossvater im Lotto gewonnen hat (eine fiktive Vorstellung, nicht wahr), bist Du auch Millionär bzw. hat jeder Mensch deines Landes im Lotto gewonnen. Und im schlechten: Weil es ein Waffengesetz gibt in den USA dass Waffenbesitz erlaubt, ist jeder Amerikaner bewaffnet. Oder: Weil Deine Urstrumpftante (fiktiv, nicht wahr) geisteskrank war (allerdings nicht von Geburt aus, sondern geworden), bin ich mir sicher, dass Deine Urururenkel es auch werden. Und nicht nur die, sondern alle Bürger deines ganzen Staates.

  3. Wir wissen nicht, was in deutschen Kellern lauert, nicht wahr?

  4. Zwei Fällle sind noch keine Statistik. Und selbst wenn es so ist, dass wir aus Österreich über mehr Fälle als von anderswo hören, stellt sich die Frage, ob dort mehr Fälle PASSIEREN oder lediglich mehr Fälle AUFGEDECKT (und nicht etwa vertuscht) werden.


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Kategorien

%d Bloggern gefällt das: