Verfasst von: Christian | 17. Juli 2008

Lernen mit Bildern

Nachdem ich in den letzten Wochen häufiger über die sog. Inselbegabten gelesen haben, die Wunder auf dem Bereich des auswendig Lernens vollbringen, habe ich im Selbstversuch getestet, ob nicht auch gesunde Menschen (ich rede da von mir) in der Lage sind, ihr Lernvermögen zu verbessern, indem sie die Strategien von Autisten übernehmen.

Die Idee ist recht einfach. Das phänomenale Erinnerungsvermögen der Inselbegabten, aber auch der einfach Hochbegabten lässt sich darauf zurück führen, dass sie rationale Informationen im Unterbewusstsein abspeichern bzw. mit Bildern verknüpfen und sich später auf ganz andere Art und Weise daran erinnern, als wir es tun. Ich will jetzt hier nicht auf alle Details eingehen, denn es gibt auch bei dieser Technik unterschiedliche Strategien des Auswenidiglernens.

Was ich gemacht habe, ist nur ein erster Schritt in die Richtung des visuellen Lernens, aber das er funktioniert hat, ermutigt mich in Zukunft weitere Schritte zu unternehmen.

Ich bin im Augenblick gerade dabei eine Sprache zu lernen. Eins der großen Probleme ist immer wieder das auswendig Lernen von Vokabeln. Hat man erstmal 10 Stück gepaukt, so fängt man bereits an, die ersten davon wieder zu vergessen. Natürlich ist es dann die Aufgabe des Lernenden, dem durch ständige Wiederholung zu begegnen. Aber je mehr man lernt, umso mehr muss man auch wiederholen, was auf die Dauer ermüdend sein kann. Viel einfacher wäre es doch, wenn man ein Lernsystem entwickeln könnte, bei dem die Wiederholungen auf ein Minimum reduziert werden und das habe ich getan.

Alle Vokabeln, die ich mir an diesem Tag herausgesucht habe, wurden von mir in großen Buchstaben auf ein DIN A4 Blatt geschrieben. Ich habe dafür pro Vokabel nur eine Seite verwendet. Anschließend habe ich versucht die Vokabeln neben dem geschriebenen Wort bildlich darzustellen. Bei Substantiven ist es etwas einfacher als bei Verben oder Adjektiven, aber es ist nicht besonderns wichtig, was man malt, sondern es ist nur wichtig, das Gemalte mit dem Geschriebenen gedanklich zu verknüpfen. Die Blätter habe ich den ganzen Abend auf dem Tisch liegen gelassen, beim Telefonieren noch die Buchstaben nachgezogen oder das Bild erweitert, und auf diese Art und Weise ganz unbewusst die Verbindung von Wort und Bild vertieft. Erinnere ich mich heute an das Wort, so sehe ich das Bild vor mir. Viel wichtiger aber ist die umgekehrte Verknüpfung. Denke ich an den Gegenstand, so sehe ich auch gleichzeitig das geschriebene Wort vor mir und kann es jederzeit abrufen.


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