Verfasst von: Christian | 18. Juli 2008

Flächendeckender Gentest für Jugendliche vor der Einschulung?

Soziologen in den USA wollen in einer Studie Zusammenhänge zwischen Genen und kriminellem Verhalten bei Jugendlichen gefunden haben. Jetzt könnte es sein, dass zukünftig jeder Schüler vor der Einschulung ein Gentest gemacht werden muss, damit potentiell gewalttätige Schüler abgewiesen werden können.

Ob der Hang zu Kriminalität angeboren ist oder ob er durch die Erziehung und das Umfeld anerzogen wird, ist eine Frage, mit der sich Psychologen und Kriminalwissenschaftler schon seit Jahrunderten beschäftigen? Wissenschaftler der Chapel Hill Universität in North Carolina wollen nun Hinweise auf genetische Ursprünge von Jugendkriminalität gefunden haben. In ihrer Studie „The Integration of genetic Propensities into Social-Control Models of Delinquency and Violence among Male Youths“ entdeckten die Forscher um Sozialprofessor Guang Guo drei Gene: Wer diese besitzt, so ihr Ergebnis, bei dem ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass er kriminell wird.

Die Soziologen untersuchten aber auch den Zusammenhang zwischen genetischen Veranlagungen und äußeren Faktoren in der Umwelt der Jugendlichen und stellten fest, dass das Verhalten ist nicht nur von diesen Genen abhängig. „Soziale Faktoren wie Familie, Freunde und Schule scheinen die Auswirkung dieser Genvariationen zu beeinflussen“, erklärt Guo der Nachrichtenagentur Reuters. Positive soziale Faktoren – wie eine intensive familiäre Bindung oder in der Schule anerkannt zu sein – scheinen also die Anfälligkeit für kriminelles Verhalten zu verringern.

Sollte es dazu kommen, dass genetische Ursachen für die gewaltbereitschaft von Jugendlichen als ursächlich anerkannt werden, dann könnten diese in Zukunft vor Gericht argumentieren, dass sie für ihre Straftaten nicht verantwortlich seien und müssten demnach vom Richter freigesprochen werden.


Responses

  1. Hatten wir das Ganze nicht schon einmal? Etwa in den Gesetzen zur „Rassenhygiene“ bzw. im Projekt „Lebensborn“. Scheinbar holt uns die Vergangenheit immer wieder ein. Mal sehen, vielleicht benötigt man demnächst neben der Erlaubnis zur Eheschließung auch die Genehmigung ein Kind zu zeugen.

  2. Oh, hier steht ja schon, was mir beim Lesen durch den Kopf ging.

  3. […] · tar, den 23.07.08 in Amerika, Biologie, Probleme, Soziales, Verschwörung, Wissenschaft Quelle: psychonews.wordpress.com […]

  4. Das wäre wirklich das letzte, es gibt keinerlei recht auf das perönlichste was ein Mensch zu bieten hat, seine auf seiner eigenen DNS basierenden perönlichkeit. Das würde gegen jeden grundsatz der menschenrechte vertoßen ( meiner meinung nach )

    aber danke für das thema, ich werde diebezüglich einen Artikel verfassen und dich als referenz nennen 🙂


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