Verfasst von: Christian | 6. August 2008

Die Hände in den Schoß legen

Diese Redewendung steht bei uns für Untätigkeit. Menschen die resignieren, die untätig sind, legen die Hände in den Schoß. Nun haben Wissenschaftler herausgefunden, dass es durchaus postiv sein kann die Hände in den Schoß zu legen, nämlich dann, wenn man lesen bzw. etwas besonders genau betrachten möchte. Wissenschaftler um Richard Abrams von der Washington Universität in St. Louis, USA, entdeckten durch eine Studie dass die Aufmerksamkeit des Menschen wesentlich stärker ist, wenn dieser den betrachteten Gegenstand in der Hand hält. Gleichzeitig bedeutet die aber auch, dass sich der Mensch dann schwerer gleichzeitig auf andere Dinge konzentrieren kann.

In der Studie mussten Teilnehmer 4 oder 8 Buchstaben auf einem Computerbildschirm nach den Buchstaben S oder H absuchen. Wenn die Probanden einen der beiden Buchstaben entdeckten, sollten sie einen von zwei Knöpfen drücken, die sich entweder seitlich am Monitor oder auf ihrem Schoß befanden.Es stellte sich heraus, dass die Versuchteilnehmer beim Durchsuchen der Buchstaben wesentlich langsamer waren, wenn sie ihre Hände seitlich des Monitors hatten. Offensichtlich fiel es den Probanden dann schwerer, ihre Aufmerksamkeit von einem Objekt, in diesem Fall einem Buchstaben, auf das nächste zu richten. Die Forscher vermuten, dass Menschen Objekte in der Nähe der Hände genauer begutachten, weil sie mit ihnen in Interaktion treten könnten.

Weitere Experimente zeigten, dass nicht nur Dinge unterschiedlich wahrgenommen werden, wenn sich die Hände in der Nähe befinden, sondern auch Sprache anders interpretiert wird. Wenn Versuchspersonen sinnlose Sätze lasen, fiel ihnen die fehlende Logik der Aussagen weniger stark auf, wenn sie Hände in der Nähe des Bildschirms hatten. Dies bedeutet, dass Menschen Fehler weniger leicht erkennen, wenn sie das, was sie Lesen, in der Hand halten. Wenn man zum Vergnügen liest, sollte man die Hände in der Nähe des Textes haben, dann fallen falsche Sätze oder Tippfehler weniger auf, sagen die Wissenschaftler. Wenn man jedoch Korrektur liest, sollten die Hände im Schoß liegen, um die Fehler aufzuspüren.

Die Ergebnisse könnten auch Auswirkungen auf die Rehabilitation beispielsweise von Schlaganfall-Patienten haben. Leidet ein Patient zum Beispiel unter einer halbseitigen Lähmung, so könnte es ihm helfen, die gesunden Hand in die Nähe eines bestimmten Objektes zu bringen, um das Greifen mit dem beeinträchtigten Arm zu trainieren. Diese Anwendungen bedürfen jedoch noch einer weiteren Untersuchung.


Responses

  1. Natürlich ist es leichter Sätzen die Fehler haben zu lesen, wenn man vor dem Bildschirm die Tastatur hat. Wie z.B. es ist schwerer im Kopf etwas zu rechnen als es auf einem Blatt zu schreiben und danach es zu rechnen.
    Stimmt oder nicht?

    Ganz liebe Grüsse

  2. Ich glaube es gibt keine untätige Menschen, sondern Menschen die nicht genug Willen haben oder haben ihre Kräfte nicht entdeckt.

    Herzliche Grüsse 😀

  3. Mir fällt bei dementen Mutter zunehmend auf, dass sie wirklich da sitzt und sprichwörtlich die Hände in den Schoß legt und ich suchte nach Infos über diese Beobachtung.


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