Verfasst von: Christian | 27. August 2008

Besonnenheit ist die Grundlage für Erfolg

Eine Studie bestätigt die Bedeutung der antiken Tugend Platons das Glück eines Menschen. Die jeweiligen Eigenschaften sind fast wichtiger als ein hoher IQ.

Schon antike Philosophen interessierten sich für die Frage, welche Charaktereigenschaften es sind, die den Menschen stark machen und seine Chancen auf ein glückliches und erfolgreiches Leben erhöhen? Die Psychologie war lange Zeit eher auf die Störungen und Konflikte im menschlichen Leben konzentriert, was hat sich mit der „positiven Psychologie“ des US-Forschers Martin Seligman gründlich geändert hat. Der populäre Psychologe von der Universität von Pennsylvania fragt nach positiven Gefühlen und nach charakterlichen Stärken, die dem Menschen helfen können, sein Glück zu finden.


Schon früh hat auch die finnische Psychologieprofessorin Lea Pulkkinen begonnen, sich einer der klassischen Tugenden zuzuwenden: Der Besonnenheit, die Platon unter die Kardinaltugenden aufgenommen hatte


Welche Rolle spielen diese Fähigkeiten für das Lebensglück von Menschen? Beginnend mit ihrer Doktorarbeit hat Lea Pulkkinen dieser Frage ein ganzes Wissenschaftlerinnenleben gewidmet. An der Universität Jyväskylä in Mittelfinnland begann sie ihre Langzeitstudie zu Persönlichkeit und sozialer Entwicklung mit achtjährigen Grundschülern. Zuletzt wurden sie im Jahr 2001 als 42-Jährige befragt. Im nächsten Jahr werden die Teilnehmer der Studie 50, wie die Psychologin auf dem Welt-Psychologenkongress in Berlin stolz berichtete.

Pulkkinen definiert die Besonnenheit als eine ausgleichende Tugend, die den Menschen befähigt, Aktivitäten und Emotionen zwischen zwei Extremen zu halten. „Es geht weniger darum, Neigungen und Gefühle zu unterdrücken“, präzisiert sie. Besonnene Kinder haben nicht unbedingt weniger Aggressionen, sie können aber besser mit ihnen umgehen. Ruhiger, überlegter, kontrollierter.

Menschen, die schon im Grundschulalter, mit acht Jahren, und später in der Pubertät, mit 14 Jahren, über eine gute Selbstkontrolle verfügen, sind im Erwachsenenalter deutlich seltener kriminell, ergab die Langzeitstudie. Das traf vor allem auf die Männer zu. „Männer, die mit über 20 durch Gesetzesverstöße auffielen, hatten oft schon als Kinder eine geringe Fähigkeit zur Selbstkontrolle, gingen viele Risiken ein und hatten früh mit dem Trinken von Alkohol begonnen“, resümiert Lea Pulkkinen.

Umgekehrt waren die Studienteilnehmer, die von ihrer Umgebung schon in der Kindheit als besonnen eingestuft wurden, als 42-Jährige eher verheiratet, sie wurden von den Ehefrauen als liebevolle Väter eingeschätzt, sie stuften ihre Gesundheit als besser ein, waren seltener übergewichtig und rauchten nicht. Zu allem Überfluss hatten sie auch im Job mehr Erfolg – abzulesen an einer besseren Qualifikation und mehr Gehalt.

Die Annahme, dass die besonnenen Menschen eben einfach die intelligenteren seien, die durch ihren IQ zu mehr Erfolg im Leben kommen, reicht nicht aus. Schon vor zwei Jahren konnte Martin Seligman zeigen, dass Selbstdisziplin – eine von der Besonnenheit nicht weit entfernte Eigenschaft – für den Erfolg an Schule und Uni wichtiger ist als der IQ.


Responses

  1. Erfolg haben bedeutet nicht, dass man auch klug sein soll. Viele Menschen haben Glück oder bekommen von anderen Hilfe, deswegen sind sie erfolgreich.

    Grüsschen

  2. Mein Vater sagt immer, dass man Geduld alles erreichen kann, was man will. Und er hat Recht. Menschen, die ruhiger sind und mehr Geduld haben, gewinnen auch öfter 😀
    LG

  3. ich bin ein Mensch der eigetlich keine Geduld hat,trotzdem kann ich über mich selber sagen dass ich eine erfolgreiche Frau bin..und das hängt tatsächlich nicht nur mit der Intelligenz zusammen sondern eher mit dem Glück


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