Verfasst von: Christian | 22. September 2008

Zwischen Optimismus und Realismus

Wo wir auch hinschauen, es wird uns Optimismus gepredigt. Think big, das Motto der Amerikaner und Versicherungsvertreter, begegnet uns überall. Wir sollen glücklich sein, selbstbewusst und begeistert, dann wird sich der Erfolg schon von allein einstellen. Doch ist es wirklich so einfach? Lächle und sei glücklich, denn es könnte schlimmer kommen, und ich lächelte und war glücklich und es kam schlimmer?

Nach meiner Erfahrung ist Optimismus zwar nicht schädlich, doch sollte er sich nicht mit Naivität paaren. Durchhalteparolen wie „das wird schon“ sind nicht immer am Platze, besonders dann nicht, wenn auf dem Weg zum Glück ganz praktische Hindernisse aus dem Weg zu räumen sind. Die Optimismusdiskussion kommt mir als zu oft als „Augen zu und durch“ Taktik vor, die durch fehlende Problemslösungsansätze dazu rät, einfach weiter zu machen. Wir wissen zwar nicht, wohin unsere Handlungsweise führt, aber wir werden die entstehenden Probleme schon in den Griff bekommen. Beispiele dafür finden sich in unserer Gesellschaft in rauen Mengen. Ob es die Integrationspolitik von Ausländern ist, bei der man sich hartnäckig sträubt von den Erfahrungen anderer Länder zu lernen, ob es das Thema Gesundheitsreform oder der Arbeitsmarkt oder die Verschuldung des Staates sind. Überall wird einfach weitergemacht. Alle Jahre wieder heißt es, unsere Steuergesetze seien zu kompliziert. Man diskutiert eine Weile, bevorzugt in Talkshows, um dann weitere Steuergesetze auf den Weg zu bringen. Ich möchte in diesem Land wirklich kein Steuerberater sein.

Was ist denn nun der richtige Weg, das richtige Maß von Optimismus bei entsprechender Portion von Realismus? Die Frage ist nicht ganz leicht zu beantworten, doch spricht auch bei vorhandenem Optimismus nichts dagegen, die Fakten zu überprüfen oder sogar überprüfen zu lassen, bevor man einem Ziel entgegen geht. Und eins sollte man nie vergessen. Wenn man im Falle des Scheiterns nicht in der Lage sein sollte die negativen Folgen seiner Handlungsweise zu akzeptieren und zu meistern, dann bleibe man lieber zu Hause.


Responses

  1. think big was im Artikel steht bedeutet bei den Amis etwas ganz anderes als Optimismus…aber ich will auf dieses Theme jetzt nicht näher eingehen!
    Ich bin ein Pessimist und gebe es auch offen zu …es ist besser auf alles vorbereitet zu sein als immer nur froh und glücklich zu sein!

  2. Tja diese amerikanischen Tantras zum positivem Denken sollten zur Zeit auf der eigenen Bevoelkerung verwendet werden. Besonders Bankenmanagers wuerde dass sicherlich helfen.

  3. Ich finde es muss aber dennnoch unbedingt realistischer Optimismus im Handeln und Denken eines Menschen vorhanden sein, denn ansonsten ist jede Handlung abhängig von der negativen Voreinstellung des Pessimisten und ist somit schon im Vorhinein „zum Scheitern“ verurteilt.


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