Verfasst von: Christian | 30. September 2008

Geschichten aus der „Psychowelt“

Diesen Sommer ist eine sehr gute Freundin von mir aus den USA nach Hause gekommen. Sie ist ein ziehmlich ungewöhnliches Mädchen muß ich dazu sagen, nicht im negativen Sinne natürlich, sie sieht normal aus, ist sogar sehr hübsch und sehr fit, ihr einziges Problem ist aber dass sie sich nicht immer sehr normal verhält…also was andere als normal betrachten würden. In der Schule haben das die Lehrer bemerkt, waren damit nicht sehr glücklich, sie konnte sich nicht besonders gut konzentrieren, hat viel Unsinn gemacht, hat Witze gemacht, die nich viele Leute verstanden haben, wie zum Beispiel irgendwelche Geschichten erfinden und sie so seriös rüberzubringen, als wäre das tatsächlich passiert. Sie hat zum Beispiel der Deutschlehrerin anvertraut dass sie mit Kafka gesprochen hätte, und er ihr den eigentlichen Grund warum er „Die Verwandlung“ geschrieben hat, gesagt hätte. Aber das sind andere Geschichten, was ich eigentlich erzählen wollte ist, dass sie in der USA anekommen ist, und die Lehrer sie zu einem Psychologen geschickt haben. Der Psychodoktor hat nicht lange überlegt und hat sie mit ADHS diagnostiziert (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätssyndrom). Ohne lange zu überlegen hat er ihr Ritalin verschrieben. Ritalin gehört zur Gruppe der Amphetamine und unterliegt dem Betäubungsmittelgesetz, daher ist jede Verschreibung meldepflichtig. Es ist anregend und produziert pharmakologische Effekte, die denen von Kokain und anderen Amphetaminen ähnlich sind. Am Anfang war es toll, sie konnte sich viele Stunden lang aufs Lernen konzentrieren, war immer gut drauf und sie war den ganzen Tag lang aktiv. Da gab es nur ein einziges Problem…sie konnte nicht schlafen. Und dann begann das Medikament richtig einzuwirken. Gesichtszuckungen, Muskelzuckungen, Schlaflosigkeit, Euphorie, Nervosität, Reizbarkeit, Erregung, psychotische Phasen, gewalttätiges Verhalten, paranoide Wahnvorstellungen, Halluzinationen. Nur schwer hat sie es geschafft vom Medikament die Hände wegzulassen. Ihrer kleinen Schwester hat der selbe Doktor Xanax verschrieben (eine sehr oft benutzte Droge in der USA, besonders beliebt auch bei den Promis). Warum er ihr das verschrieben hat? Die arme kleine war 17 , hat sich verliebt, aber nach 3 Monaten war Schluss….und sie war depressiv. Man könnte denken, das passiert doch jedem. Oder? Was würde passieren wenn alle Teenies mit einem „gebrochenem Herzen“  den ganzen Tag lang high von Xanax herumlaufen würden? Was ich eigentlich damit sagen will ist, dass Psychologen zu leicht Medikamente verschreiben, und damit manchmal Leben zerstören können. Die USA ist natürlich im Top, aber es fängt an sich immer weiter zu verbreiten. Also man müsste zweimal nachdenken bevor man für solche banalen Probleme irgendwelche Medikamente zu sich nimmt.


Responses

  1. es gibt durchaus aerzte welche eine seriöse abklärung machen und ritalin oder concerta nicht gleich von anfang an*stellen*
    mein sohn, ad(h)s im höchsten ausmas, nimmt seit bald 2 jahren regelmässig concerta und das hilft ihm in der *normalen* regelklasse zu sein, sich zu konzentrieren und sich etwas angepasster zu verhalten.
    in den ferien setzen wir es jeweils ab, dann bin ich wieder gefordert:-)
    nebenwirkungen hat er zb. gar keine!
    ich find auch das darf man mal erwähnen, es gibt immer und überall positives wie negatives und für deine kollegin war ritalin nicht das richtige, ganz klar nicht!

  2. Ritalin und Xanax…die gewoehnlichen Verdaechtigen. In der USA sind aber diese zwei fuer fast alles vorgeschrieben. Trotz ihrem schlechten Ruhm. Unfassbar.

  3. Sie ist doch aus der USA nicht? Man kann ein Vermoegen gewinnen wenn man den Arzt verklagt bis auf das letzte Hemd.

  4. Obwohl ich solche Geschichten kenne (glaubwürdig oder nicht) ist mir aus der Selbsthilfe-Praxis kein einziger Fall bekannt, in dem ein Arzt „ohne lang zu überlegen“ Ritalin verschrieben hätte. Im Gegenteil, in der Regel wird erst mal gründlich diagnostiziert. Ich kenne auch keine Eltern die leichtfertig damit umgehen würden, meist geht der ADHS-Medikation ein längerer Leidensweg voraus.


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Kategorien

%d Bloggern gefällt das: