Verfasst von: Christian | 2. Oktober 2008

Die Suche nach dem Glück

Glück gehört zur Gesundheit dazu. Wer dauerhaft unglücklich ist, bei dem werden sich auch immer wieder Krankheiten einstellen. Man könnte hier zwar die Frage nach dem Ei und der Henne stellen, aber für mich ist sie schnell beantwortet. Man kann zwar krank und glücklich sein, nicht aber dauerhaft unglücklich und gesund. Erst kommt also das Glücksgefühl und dann die Gesundheit.

Glück ist flüchtig. Wer es verfolgt, erreicht es nicht. Es ist nicht der Wohlstand, der uns glücklich macht, sondern unsere innere Haltung. Wer ganz in einer Aufgabe aufgeht, sich selbst und die Welt vergisst, wird belohnt. Der „Happy Planet Index“ der New Economics Foundation erbrachte, dass die glücklichsten Menschen nicht da leben, wo man sie vermutet – etwa in den USA, Australien oder Europa. Sie leben auf der vom Klimawandel bedrohten, ärmlichen Insel Vanuatu im Südpazifik. Deutschland rangiert auf dem weltweiten Glücksindex mit Platz 81 im Mittelfeld.

Mit dem Thema Glück befassen sich gleich mehrere Wissenschaften und sie kommen nicht alle zu dem gleichen Ergebnis. Theologie, Psychologie, Medizin, Soziologie und Ökonomie können sich nicht einigen, denn die wichtigste aller Fragen ist nicht einheitlich gelöst: wie definiert man Glück überhaupt?

„Alle Menschen streben nach Glück, sie wollen glücklich werden und so bleiben“, bemerkte Sigmund Freud 1930 in seiner kulturanthropologischen Schrift „Das Unbehagen der Kultur“. Doch trotz Freuds frühem Vorstoß befasste sich die Psychologie mit dem Glück vor allem dann, wenn es ausblieb.

Ich selber habe mir die Frage schon lange nicht mehr gestellt, ob ich nun glücklich oder unglücklich bin, denn mir ist es eigentlich egal. Ich habe keine Vergleichswerte, denn was mir meine Mitmenschen über ihre Gefühle auch sagen, ich kann nur versuchen zu verstehen was sie fühlen, mehr ist nicht möglich. Auch der Vergleich mit seinem eigenen Leben, mit angeblich glücklichen oder unglücklichen Momenten erscheint mir als eine Sisyphus-Arbeit. Vielleicht ist schon mal jemandem aufgefallen, dass wir uns an Gefühle eigentlich nicht erinnern können? Wir können uns von der rein logischen Ebene aus erinnern, aber die gelebten Gefühle kehren nicht wieder. Ein Essen kann zweimal gleich schmecken, aber Lebenssituationen sind zu komplex um sich zweimal in exakt der gleichen Situation zu wiederholen. Das ist auch der Grund dafür, dass uns Déjà-vu Erlebnisse so irritieren. Wir denken eine Situation bereits einmal erlebt zu haben, können das Gefühl aber nicht einordnen und wissen intuitiv, dass es eigentlich nicht möglich ist.

Die Suche nach dem Glück ist also müßig, denn es liegt bereits in uns. Wir müssen nur lernen es zu erkennen.


Responses

  1. Dieser Zusammenhang von Glueck und Gesundheit fand ich amuesierend. Es erinnerte mich an solche mittelalterliche Theorien wie die der „Humoren“ die Menschen unter vier Gruppen unterordnen: Sanguiniker, Choleriker, Phlegmatiker und Melancholiker.

  2. Also Glueck ist so eine relative Sache die wir immer hinterher laufen ohne sie zu finden…und wenn wir Glueck finden dann dauert es nicht lange. Aber Unglueck ist so einfach zu finden, manchmal findet er sogar dich und es dauert auch eine echte Ewigkeit biss man ihn los wird. Das finde ich unfair.


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