Verfasst von: Christian | 21. Oktober 2008

An den Scheidewegen des Lebens stehen keine Wegweiser

Dieses Zitat von Charlie Chaplin hat mir schon immer gut gefallen. Man kann viel darüber nachdenken, was es für einen selber bedeutet und kommt je nach dem, in welcher Phase des Lebens man sich befindet, auf unterschiedliche Interpretationen. Mir ist unbekannt, was Chaplin selber genau damit meinte, aber vermutlich war es wieder einfach eine von seinen intelligenten Provokationen.

Befindet man sich auf unbekanntem Terrain, dann gibt es unterschiedliche Methoden der Fortbewegung. Wir können uns zum Beispiel treiben lassen und dem Zufall gestatten, die Entscheidungen für uns zu treffen. Es hat eine gewisse Eleganz, denn wir brauchen uns bei dieser Methode nicht für unsere Entscheidungen zu verantworten. Wir können Leute bitten uns Ratschläge zu erteilen, wo wir entlang gehen sollen, doch können wir nie wissen, ob der Gefragte tatsächlich ortkundig ist. Die Qualität seiner Ratschläge bleibt ungewiss. Auch hier entziehen wir uns unserer eigenen Verantwortung und folgen den Anweisungen anderer. Eine weitere Methode besteht darin, unserer eigenen Vorstellung, unseren Idealen sowie unseren Eingebungen zu folgen. Auch wenn wir Fremde sind und keine Wegweiser an den Scheidewegen des Lebens entdecken können, so ist die Intuition des Menschen dennoch stark genug, uns den richtigen Weg zu zeigen.

Wegweiser sind etwas, das wir mit dem Verstand wahrnehmen. Wir können lesen, ws geschrieben steht und den richtigen Weg wählen. Bei einer Reise mag das zutreffen, doch auf das Leben trifft es nicht zu. An den entscheidenden Punkten unseres Lebens finden wir keine rationalen Informationen, die uns den Weg zeigen. Wer glaubt, dies sei anderes, der ist bisher den falschen Wegweisern gefolgt. Unser logischer Verstand ist ein schlechter Ratgeber, wenn es um Lebensentscheidungen geht, weil er nur unser Wissen, unsere Wünsche und unsere Erfahrungen kennt, nicht aber unsere Träume. Unser Verstand kann nur Vergangenes analysieren und daraus seine Schlüsse ziehen, er kann aber nur analytisch denken und nicht emotional.

Wer einmal die wichtigen Entscheidungen in seinem Leben überprüft, der wird feststellen, dass die guten Entscheidungen nie aus rationalen Abwägungen zu Stande gekommen sind, sondern dass sie immer Folge einer emotionalen Abwägung von Gefühlen gewesen ist. Oder anders formuliert: Unser Verstand kann die Argumente für eine Entscheidung zusammentragen, doch nur unser Herz kann sie entsprechend ihrer Gewichtung sortieren.

Wer in Zukunft wichtige Entscheidungen zu treffen hat, der sollte sich merken, dass die Antwort immer in unserem Herzen zu finden ist. Sie steht nirgendwo geschrieben, sondern sie befindet sich bereits in uns und wartet dort entdeckt zu werden. Wer in seinem Leben klug vorangehen will, der muss nur abrufen, was in ihm steckt.

Unser Leben ist kein Irrgarten, den wir ziellos durchwandern können, denn die Wege unseres Lebens sind schon bei der Geburt angelegt. Die einzige Entscheidung die wir selber treffen können besteht darin, ob wir diese Wege beschreiten oder nicht.


Responses

  1. Mann, bin gerade durch Zufall (?) hierhergesurft. Seit gestern ist meine Beziehung beendet… Und was mach‘ ich jetzt, wenn „zwei Herzen in meiner Brust“ toben?
    LG, topjob01


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