Verfasst von: Christian | 3. November 2008

KDS-wenn sich Menschen nur noch hässlich finden.

Jeder Blick in den Spiegel erscheint wie eine Qual: Nase ist schief, Busen ist zu klein, Beine sind zu dick. Die so genannten Dysmorphophobiker leiden an Makeln, die die Außenstehenden kaum bemerken. Die Leidenden setzen sie auf Schönheitschirurgen statt auf Psychologen. Doch ob Rhinoplastie oder Brust-OP –sie sind mit dem Resulat nicht zufrieden.

Das Schönheisgeschäft hat seinen Höhepunkt erreicht. Nach Angaben der Gesellschaft für Ästhetische Chirurgie Deutschland legen sich die Deutschen zu Hunderttausenden auf die OP-Tische, um Lider, Busen, Nase korrigieren zu lassen. 400.000 Schönheitsoperationen exklusive Fettabsaugungen gab es im Jahr 2006. Doch manche Patienten werden  auch mit einem perfekten Ergebnis nicht glücklich. Sie leiden an einer verstörten Wahrnehmung ihrer Erscheinung: eine körperdysmorphe Störung (KDS). Bei 80 Prozent der Betroffenen verschlechtert sich der Zustand nach einer Operation sogar, berichtet die Christoph-Dornier-Klinik für Psychotherapie in Münster. Nach Angaben der Psychologin Ulrike Buhlmann von der Humboldt-Universität Berlin beschäftigen sich die Patienten fast ständig mit einem nicht oder nur leicht vorhandenen Makel oder Defekt im Aussehen, was ihren Alltag stark beeinträchtigt. „Viele Betroffene sind suizidgefährdet oder haben schon mehrere Selbstmordversuche hinter sich“, sagt Buhlmann. Oder sie verletzten sich selbst: Ein Patient hat so oft an der als unschön empfundenen Haut am Hals gezupft, bis er die Halsschlagader verletzt hat.

Die Störung belastet die Betroffenen sehr und flößt ihnen Angst ein. Sie denken oft stundenlang über ihre Erscheinung nach oder leiden unter zwanghaften Gedanken über ihr Aussehen. Sie vergleichen sich mit anderen Personen, pflegen sich exzessiv oder vertuschen vermeintliche Defekte. Immer wieder überprüfen sie ihr Aussehen in Spiegeln oder anderen reflektierenden Oberflächen. Sieben bis 15 Prozent der Klienten von Schönheitschirurgen gelten als betroffen. Man kann Betroffene nicht zufriedenstellen, wenn man sie behandelt. Die ästhetisch-plastischen Chirurgen müssen sich bei dem Versuch, Betroffene rechtzeitig zu erkennen und ihnen zu einem Besuch beim Psychiater zu raten, auf ihre Erfahrung verlassen. Bei der Arztsuche kann ein online Ärzteverzeichnis helfen. Die Betroffenen nähmen ihr Aussehen wichtiger als andere Aspekte ihres Lebens. In der Pubertät sind sie oft gehänselt worden und haben sich das sehr zu Herzen genommen. Die Eltern hatten hohe Erwartungen an die Perfektion ihrer Kinder gestellt. Die Forscher will der Krankheit noch genauer auf die Spur kommen.


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