Verfasst von: Christian | 8. Januar 2009

Information und Beratung rund um Partydrogen

Ein interessantes Interview mit den Betreibern einer wirklich guten Internetseite die Information über die relevanten Partydrogen, gesundheitlichen Hintergründen zu Drogenkonsum und Neuigkeiten bis hin zur individuellen Beratung, bietet

Stellen Sie bitte Ihren Verein kurz vor!

eve&rave Münster e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, gefördert durch die Franz Bröcker-Stiftung, der Drogenprävention, Drogenberatung und gesundheitsförderliche Massnahmen  für Jugendliche und junge Erwachsene im Münsteraner Nachtleben anbietet. Die Mitglieder des Vereins, setzen sich aus den verschiedensten Berufsgruppen u.a. Sozial- und Naturwissenschaften, zu einem interdisziplinären Team, zusammen.
Auf regionaler Ebene ist eve&rave Münster eng mit der Fachstelle für Suchtvorbeugung der Stadt Münster vernetzt. Dort agieren wir als integraler Bestandteil des Drogenhilfesystems der Stadt Münster, mit der wir gemeinsame Aktionen planen und umsetzen, und bieten dem münsteraner Bürger so eine sinnvolle Ergänzung des bereits vorhandenen Angebotsspektrums an.
Überregional kooperieren wir mit verschiedenen Institutionen (z.B. dem Bundesministerium für Gesundheit (BMGS) unterstellten Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)) und anderen in der Prävention tätigen Vereinen, um einen stetigen bidirektionalen Informationsfluß zum umfangreichen Themengebiet der Drogenprävention sicherzustellen bzw. eine optimale Beratung des interessierten Münsteraner Bürgers auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft zu ermöglichen.

Stellen Sie bitte Ihre Internetseite kurz vor!

Der Schwerpunkt der Tätigkeit des Vereins ist die Vor-Ort Arbeit in Clubs und Discotheken durch geschultes Personal in Form von Info-Ständen zur umfangreichen Informationsweitergabe und Beratung von Drogenkonsumenten in den Feldern Gesundheit, Recht und Soziales. Dort sind Infobroschüren zu allen gängigen   Substanzen verfügbar. Diese klären auf über Merkmale, Wirkungen und Gefahren der jeweiligen Substanz, z.B. Alkohol oder Cannabis.
Nur durch die Vor-Ort Präsenz  konnte bisher die umfangreiche Gruppe der Partydrogenkonsumenten erreicht und informiert werden und der Transfer in weiterführende Angebote sichergestellt werden.
Aktuelle Termine und Orte der Infostände sind auf unserer Website zu finden.

Begleitend zur Vor-Ort Arbeit bieten wir einmal in der Woche eine Sprechstunde an.
Dabei besteht eine enge Kooperation mit der Drogenhilfe der Stadt Münster, damit das Angebot umfassend und weiterführend gestaltet werden kann. Die Kontaktaufnahme kann persönlich in unseren Räumlichkeiten in der Drogenhilfe der Stadt Münster, via Telefon oder per E-Mail erfolgen.

Weiterhin stehen Informationen zu den gängigen Partydrogen wie z.B. Ecstasy, Speed und LSD über unsere Internetseite eve-rave.de bereit. Ein regelmäßig erscheinender E-Mail Newsletter bietet auf Wunsch kostenlos Information zu den Themen Partydrogen und Nachtleben an.

Eine von  Mitgliedern des Vereins moderierte Selbsthilfegruppe zum Thema Partydrogen mit dem Namen „Check-out“ findet 14-tägig in den Räumlichkeiten der Drogenhilfe statt. Termine nach Absprache.

Im Feier-Forum.de kann mit anderen Interessierten im Internet diskutiert werden zu den Themen Drogen, Sexualität und Techno-Kultur. Eine Moderation ist durch unsere Mitarbeiter gegeben.

Wir bieten Fortbildungsveranstaltungen für Multiplikatoren (z.B. Lehrer, Sozialarbeiter, Discothekenpersonal), sowie auf die jeweilige Altersgruppe zugeschnittene Drogenprävention für Schüler im Rahmen von Unterrichtseinheiten oder Projektwochen an. Termine nach Absprache.
Zeiten und Adressen
Unser Büro

eve&rave Münster e.V.
Schorlemerstr.8
48143 Münster

Tel.: 0700-38387283
Sprechstunde: Dienstags 13 – 17Uhr

Im Internet:

http://www.eve-rave.de
http://www.feier-forum.de
http://www.partydrogen.info

Information auf eve-rave.de

Die Webseiten bieten von Information über die relevanten Partydrogen, gesundheitlichen Hintergründen zu Drogenkonsum und Neuigkeiten bis hin zur individuellen Beratung via E-Mail ein umfassendes Serviceangebot einer szeneorientierten Drogeninformations- und Beratungsseite im Internet.

Im Jahr 2007 erfreute sich die Internetpräsenz von eve&rave Münster weiterhin zunehmender Beliebtheit und unterstreicht den Trend zur unverbindlichen anonymen Aufklärung.
Sowohl die Besucherzahlen als auch das Anfrageaufkommen per E-Mail haben gegenüber dem Vorjahr deutlich zugenommen. Im Jahresdurchschnitt 2007 ergab sich ein Aufkommen von ca. 22639 Besuchern( Sessions) / Monat auf unseren Seiten. Insgesamt besuchten 271674 Besucher die Webseiten im Jahr 2007.

Damit eve-rave.de eine wichtige Anlaufstelle für die Information und die Beratung rund um Partydrogen bleibt, haben wir das Informationsspektrum auch im Internet ständig erweitert.
Besonderen Wert wurde dieses Jahr weiterhin auf die aktuelle Information der Besucher zu relevanten Themen aus dem wissenschaftlichen, gesundheitlichen und sozialpädagogischen Bereich gelegt bzw. die Information zu in der Szene aufgetauchten  Substanzen.

Um der ständigen Weiterentwicklung der Angebote Rechnung zu tragen, wurde der Online Auftritt überarbeitet und erscheint aktuell noch übersichtlicher und informativer.

Welche Themen interessieren Ihre Benutzer am meisten?

– Informationsvermittlung
– Erfahrungsaustausch
– Hinterfragen eigener Konsummuster; Ursachenforschung, z.B. mangelnde soziale Kompetenzen im nüchternen Zustand, spezifische Streßauslöser etc. – Bearbeitung dieser Themen in der Gruppe, z.B. Durchführung sozialer Kompetenztrainings, Streßbewältigungsstrategien etc.
– Problembewusstsein schaffen
– Selbstverantwortung übernehmen
– Gesundheitsbewusstsein
– Entwicklung alternativer Freizeitmöglichkeiten
– Peer to Peer Information

Welche Ziele haben Sie sich gesetzt und sind diese erreicht worden?

Die Konsumentenzahlen synthetischer Drogen (Ecstasy, Speed, etc.) sind in den letzten Jahren auf hohem Niveau geblieben. Ein Ende des Trends zu Partydrogen ist nicht ersichtlich.
Konsumenten halten sich überwiegend im Umfeld von Musikveranstaltungen auf.
Schätzungsweise 30 bis 40% der ca. 1500 Besucher von Techno- und Houseparties, die am Wochenende entsprechende Clubs in Münster besuchen, konsumieren Drogen und betreiben darüber hinaus riskanten Mischkonsum. Der Bedarf, auf Veranstaltungen angemessene „Vor Ort“-Angebote der Drogenhilfe durchzuführen, um Drogenkonsumenten und potentielle Konsumenten mit Aufklärungsangeboten zu erreichen, ist (also) stark vorhanden und äußerst sinnvoll.
Im Jahr 2007 nahmen wir bisher ca. 150 persönliche, telefonische und Post-/ E-Mail-Anfragen an und konnten auf die verschiedensten Anfragen reagieren.
Dies bedeutet eine weiterhin hohe Nachfrage gegenüber dem Vorjahr und weist auf einen hohen Informationsmangel und -bedarf zum Thema Partydrogen bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen hin.
Besonders die Verunsicherung der Betroffenen, aufgrund der sich ständig verändernden Zusammensetzung der Drogen, dem Trend zu relativ exotischen bzw. unbekannten Substanzen, die Veränderung von Konsummustern und der unklaren Rechtslage ist groß und erfordert einen regelmäßigen Informationsaustausch.

Im Zeitraum zwischen Januar bis Dezember wurden 11  Infostände in Münsters Techno- und Houseclubs von uns durchgeführt und dabei ca. 3000 der eve&rave-Infobroschüren zu Partydrogen an Interessierte weitergegeben.
Die Stände dienen dem Vor-Ort Kontakt mit der Klientel.
Durch den regelmäßigen Aufenthalt auf Veranstaltungen erfahren wir stets die neuesten Drogentrends und die damit verbundenen Probleme und Erlebnisse der Konsumenten. Im Vordergrund sind dabei Folgen des Drogenkonsums inbesondere in Hinsicht  auf die gesundheitlichen, psychologischen und strafrechtlichen Auswirkungen für den Betroffenen. Wir haben also die Möglichkeit, direkt an der subjektiven Erlebniswelt teilzunehmen.
Weiterhin haben wir dort die Möglichkeit, vor verunreinigten Drogen zu warnen (meist mittels selbst erstellter Flyer und Plakate) und so ein erhöhtes selbst-reflektierendes Substanz-Bewusstsein bei den Konsumenten zu schaffen.
Gerade auf Parties in einer lockeren Atmosphäre sind die Kontaktmöglichkeiten sehr gut und mehrere Gespräche pro Mitarbeiter am Infostand üblich. Dies spricht für eine Weiterführung der Vor-Ort-Arbeit auf Parties, wenn nicht sogar für eine Intensivierung.
Die Prinzipien motivierender Kurzintervention erfüllen die von den Jugendlichen aufgestellten Kriterien gelingender Beratung, denn sie postulieren einen empathischen und respektvollen Beratungsstil, der vor allem auf ambivalente Veränderungs- und Hilfewünsche eingeht und durch klärende Gespräche die Motivation zur Veränderung eines riskanten Verhaltens steigert. Die Durchführung von Frühinterventionen in Arbeitsfeldern der Jugendhilfe hat sich als bedarfsorientierter und nützlicher Ansatz erwiesen, der gegenüber bisherigen
Präventionsprogrammen eine deutlich verbesserte Zielgruppenorientierung aufweist.
Allerdings geht ein Teil der Kurzinterventionen deutlich über einen rein
beschreibenden und klärenden Inhalt hinaus. In diesen Gesprächen werden              Veränderungswünsche diskutiert und Unterstützung geleistet für die Vermittlung in weiterführende Hilfen. Im Gespräch mit drogenkonsumierenden Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die Motivation zur Veränderung riskanter Konsummuster zeigen, ist es Aufgabe der Mitarbeiter von eve&rave Münster e.V. , die Konsumenten in diesem Prozess zu unterstützen, realistische Veränderungsschritte zu vereinbaren und konkrete Hilfestellungen anzubieten. Ein Bestreben von eve&rave Münster e.V. ist die Förderung und Qualitätssicherung der eignen Vor-Ort Arbeit.  Eine Massnahme ist die Schulung von Mitgliedern von eve&rave Münster e.V.  für die Arbeit an Infoständen in Anlehnung an das Konzept der Motivierenden Kurzintervention für riskant konsumierende Jugendliche ( MOVE) der Landeskoordinierungsstelle für Suchtvorbeugung in NRW (ginko).
Als Intervention im Rahmen kommunaler Netzwerke garantiert MOVE
einen breit angelegten Public-Health-Ansatz, der nicht nur einzelne Betroffene erreicht,
sondern der Zielgruppe der riskant konsumierenden Jugendlichen, die in Einrichtungen der
Jugendhilfe überdurchschnittlich häufig vertreten sind, kompetente Beratung und bei Bedarf
Möglichkeiten der Weitervermittlung bietet.
eve&rave Münster e.V. bietet neben der Information von Konsumenten in Clubs und Discotheken auch an Schulen und Jugendeinrichtungen in Münster die Möglichkeit konsumierenden Jugendlichen eine Information durch eve&rave Mitarbeiter direkt in der Einrichtung zu gewähren. Darüber wurden in einer Postwurfsendung im August 2007 die weiterführenden Schulen und die Jugendeinrichtungen in Münster informiert.

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