Verfasst von: Christian | 14. April 2009

Wie wir uns unsere Partner aussuchen

PartnerEs gibt die unterschiedlichsten Theorien, weshalb sich Menschen in ganz bestimmte Menschen verlieben. Die einen behaupten, Männer suchen Partner danach aus, wer gesund ist und das beste Erbgut anbietet. Frauen hingegen würden nach einem verlässlichen Versorger für ihre Kinder suchen. Es gibt Untersuchungen, die darauf hinweisen, dass bei der Partnerwahl die Unterschiedlichkeit des Immunsystems eine Rolle spielt. Andere Untersuchungen deuten daraufhin, dass wir nach Ähnlichkeiten bzw. Unterschiedlichkeit auswählen.

Ich persönlich denke, dass wir einen Partner auswählen, der uns in unseren bereits bestehenden Verhaltensmustern und Lebenseinstellungen bestätigt und unsere Bedürfnisse erfüllt. Beispielsweise suchen wir einen Partner, der uns aufbaut, wenn wir uns selbst ablehnen; einen, der eher nimmt, wenn wir die Rolle des gebenden Opfers einnehmen, usw.

Es heißt zwar: Unterschiede ziehen sich an, aber das trifft bei der Partnerwahl nur ganz ganz selten zu bzw. ist nie von Dauer. Das trifft auf die charakterlichen Eigenschaften natürlich wesentlich stärker zu als auf das Aussehen. Hier gilt eher: Gleiches gesellt sich gern zu gleichem, denn zu große Unterschiedlichkeit führt zum Machtkampf oder dazu, dass einer sich aufgibt. Ob eine Partnerschaft langfristig erfolgreich wird, hängt natürlich auch damit zusammen, wie sich beide Partner im Laufe ihres Lebens verändern.


Responses

  1. Harville Hendrix und Helen Hunt gehen bei ihrer Imago-Theorie davon aus, dass Menschen für ihre Ehe jenen Menschen wählen, der Eigenschaften ähnlich denen der Eltern-Imagines besitzt. Diese Menschen sind paradoxerweise dann oft auch mit genau jenen „negativen“ Merkmalen ausgezeichnet, die man an seiner Imago so verletztend empfunden hat.

  2. Hallo Christian 🙂
    Ich finde, die 3 Untersuchungen die du in deinem ersten Abschnitt aufführst schließen sich nicht gegenseitig aus. Das beste Erbgut und sich gegenseitig ergänzende Immunsysteme können in Endeffekt auch auf das Gleiche hinauslaufen.

    Was Herr Altbauer aufgeführt hat trifft manchmal zu – manchmal aber auch nicht. Ich habe zwei Töchter. Die eine hat einen Partner, der mir in vielen Dingen ähnelt. Die andere hat einen Partner, der so ziemlich das krasse Gegenteil von mir ist.

    Dass Unterschiedlichkeit im Charakter zu Machtkampf führt – mh – das kann genauso, oder vielleicht sogar erst recht bei Gleichartigkeit vorkommen. Ich würde das nicht generalisieren, sondern das der Chaostheorie überlassen, weil zu viele Parameter mitspielen.

    Meine Meinung?
    Wir können uns nicht der evolutionären Prägung der Gene unserer Spezies entziehen. Männer versuchen ihr Erbgut so weit wie möglich zu streuen. Und Frauen brauchen wegen der langen Schwangerschaft und Aufzucht der Jungen gute Versorger.
    Dass die sozialen Strukturen in hochtechnisierten Gemeinschaften dies heutzutage nicht mehr in diesem ausgeprägten Maße erfordern ändert die Gene nicht. Auf jedem Fall nicht so kurzfristig.

    Frohe Weihnachten
    Klaus

  3. Ich schließe mich dem „inderruheliegtdiekraft“ an:
    Aber sehr guter und informativer Text!

    lg


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