Verfasst von: Christian | 29. Mai 2017

Wie setzen sich die Kosten für eine Haartransplantation zusammen?

Vor einigen Jahren war bei Männern das Thema Schönheitsoperation noch nicht aktuell. Heute hat sich die Meinung zu chirurgischen Korrekturen jedoch wesentlich geändert. Bei Herren ist die Eigenhaarverpflanzung ein höchst beliebter Eingriff, da auf Dauer eine neue ästhetische Haarpracht zu erwarten ist.

Haben Männer und natürlich auch Frauen sich dazu entschlossen ihren Haarausfall mit einer Haarversetzung zu begegnen, tauchen einige Fragen zu der angestrebten Haar-OP auf:
– Wie viel Kosten muss ich für eine Haarverpflanzung einplanen?
– Wie errechnet sich der Preis des Eingriffs?
– Lässt sich die Haar-OP auch im Ausland durchführen?
– Wie ist dort die Qualität der Haarkliniken?
– Welches Land bietet mir die besten Voraussetzungen für erfolgreiche Haartransplantationen?

Europa leidet unter vermehrtem Haarausfall

Deutschland zählt inzwischen etwa 15 Millionen Personen, die von deutlich sichtbarem Haarausfall betroffen sind. Bei diesem Phänomen liegen Männer gegenüber Frauen deutlich vorn. Die meisten Betroffenen leiden unter ‚androgenetischer Alopezie‘ (Alopecia) – dem erblich bedingten Haarverlust. Wissenschaftlich gestützte Studien bewiesen, dass europaweit circa sechzig bis achtzig Prozent der männlichen Bevölkerung und ‚Alopecia‘ leidet – Quelle: http://haarerkrankungen.de/therapie/alopeciaandrogenetica_m.htm. 

Bei jungen Männern, bereits Anfang der Zwanziger Jahre, treten beispielsweise Geheimratsecken auf, die sich fast unmerklich ausweiten. Des Weiteren kann sich Haarausfall durch eine kreisförmige Ausdünnung am Oberkopf zeigen, die oft bei Frauen auftritt. Beide Varianten können letztendlich zu einer Glatze führen.

Medikamente sind keine nachhaltige Lösung

Spezielle Medikamente wie zum Beispiel Finasterid/Minoxidil können im günstigsten Fall Haarausfall verlangsamen, eventuell auch stoppen – jedoch nicht heilen. Die unschönen kahlen und ausgedünnten Kopfbereiche bleiben. Mithilfe einer Versetzung von Eigenhaaren aus dem beständigen Haarkranz lassen sich dagegen neue Haare erfolgreich gezielt implantieren und wachsen danach an ihrem neuen Platz lebenslang weiter.

Bei den hiesigen Krankenkassen ist ‚Alopecia‘ allerdings nicht als krankhaft anerkannt, sodass Du die Kosten für eine Haartransplantation aus eigener Tasche begleichen musst.

Welche Kosten sind für eine Eigenhaarversetzung realistisch?

HINWEIS: Institute im deutschen Raum sowie in anderen Ländern wie beispielsweise der Türkei berechnen eine Haarversetzung nach Menge der benötigten Grafts (Haarfollikel). Diese ist wiederum davon abhängig, wie weit fortgeschritten die Situation des Einzelnen ist.

Um die korrekten Kosten einer Haar-OP zu ermitteln sind unter anderem folgende Fakten entscheidend:
– mit welcher Technik, FUE (Einzel-Haargruppen-Entnahme) oder FUT (auch Strip- oder Streifenmethode), der Chirurg arbeitet
– die Erwartungen und Wünsche der Patienten – in welcher Höhe zum Beispiel die neue Haarlinie liegen soll
– welche ästhetische Dichte die ausgedünnten/kahlen Kopfbereiche künftig aufweisen sollen
– welche Größe der Empfangsbereich grundsätzlich besitzt – hiervon ist die Anzahl der zu extrahierenden Grafts abhängig, die aus dem Donor (dauerhafter Haarkranz) extrahiert werden müssen
– das Land (zum Beispiel Deutschland oder Türkei), wo die Haartransplantation letztendlich stattfindet.
Nähere Informationen zu den genannten Fakten findest Du nachfolgend.

Durch den Einsatz der FUE-Technik wird der Patient geschont

Die FUE-Technik ist eine sanfte Methode, um Haare zu transplantieren. Die Grafts/Haarfollikel/Transplantate werden hierbei in kleinsten Haareinheiten dem Donor-Areal entnommen. Bei der Extraktion entstehen lediglich punktartige ‚Mikronarben‘, die später selbst bei sportlichen Kurzhaarfrisuren von anderen Personen nicht wahrgenommen werden. Im Gegensatz zur FUT-Methode gilt diese Variante als höchst innovativ.

So nehmen zum Beispiel Haarchirurgen im türkischen Istanbul fast ausschließlich Haar-Transplantationen nach FUE-Technik vor. Viele türkische Institute für Haartransplantationen bieten in den letzten Jahren leider Haar-OPs zum Dumpingpreis an, wodurch der Ruf hervorragender Chirurgen extrem geschädigt wird.

Bei jedem Eingriff sollte allerdings stets die Qualität und Erfahrung der Haarspezialisten vor dem finanziellen Aspekt stehen. Wenn es um die Auswahl der passenden Klinik/Praxis für Eigenhaarversetzungen geht, solltest Du kritisch sein. Suche Dir im Vorfeld stets ausführliche Informationen (Vorher/Nachher Fotos, Erfahrungsberichte ehemaliger Patienten). Renommierte Institute in der Türkei transplantieren Haarfollikel ab 1 Euro/Stück. Bei westeuropäischen Haarkliniken wie beispielsweise in Deutschland können pro Graft ab 4 Euro aufwärts berechnet werden.

Die traditionelle FUT-Methode

Die klassische FUT-Technik (Strip-/Streifenmethode) ist besonders hierzulande eine beliebte und überwiegend genutzte Art Eigenhaare zu transplantieren. Um die Haarfollikel zu entnehmen, wird vorab ein entsprechend großer Streifen/Strip per Schnitt aus dem Donor-Areal entfernt. Danach werden die einzelnen Grafts aufbereitet und im Empfangsbereich eingesetzt.

Nachteil ist hierbei, dass immer eine sichtbare Narbe entsteht. Diese kann zwar durch die nachwachsenden Haare kaschiert werden, ist allerdings bei kurzen Frisuren präsent. Bei dieser Art Haar-OP erwarten Dich pro Transplantat in Deutschland ungefähr 3 bis 4 Euro Kosten. Türkische Kliniken berechnen Dir dagegen etwa 1 Euro/Graft bei der FUT-Methode, die von türkischen Chirurgen allerdings kaum noch angeboten wird.

Kostenfaktor: Wünsche und Erwartungen der Patienten

Die Basis, um die Kosten für eine Haartransplantation zu ermitteln, ist somit die Menge der benötigten Grafts. Um Geheimratsecken auszugleichen und eine ästhetische Haarlinie zu konstruieren muss ein Haarchirurg sehr erfahren sein. Besonders jüngere Patienten wünsche sich oft eine jugendlich/aggressive Definition ihrer Haarlinie. Hierfür werden normalerweise wesentlich mehr Haarfollikel benötigt, als für einen klassischen Haaransatz, der gewisse Geheimratsecken toleriert.

Zu diesem Thema hat jeder Haarchirurg seine eigene Philosophie. Einige empfehlen tiefe/gerade andere eine hohe/rundliche Definition der neuen Haarlinie. Besonders wichtig ist hierbei, dass der Facharzt nachfolgenden Haarausfall berücksichtigt. Ein jugendlich gehaltener Haaransatz in späteren Jahren wirkt merkwürdig, wenn der Haarwuchs im übrigen Kopfbereich sehr dünn ‚gesät‘ ist. Der Haarkranz muss dazu immer genügend Resthaare behalten, damit eine erneute Haartransplantation möglich ist.

Kostenfaktor: Dichte der neuen Haarpracht

Je dichter sich Patienten ihre Kopfbehaarung wünschen, desto mehr Haarfollikel müssen transplantiert werden, wodurch sich wiederum die Kosten der Haar-OP erhöhen. Haarausfall-Patienten müssen hierbei ihrem erfahrenen Facharzt besonders vertrauen. Letztere kennen sich mit sämtlichen Haartypen bestens aus. Bei feinem Haar sind mehr Transplantate erforderlich, um die Kopfhaut im Nachhinein ästhetisch abzudecken.

Kräftige Haarstrukturen bedürfen dagegen weniger Grafts. Des Weiteren ist der Haar-/Haut-Kontrast für eine ausgewogene Haardichte entscheidend. Blasse Kopfhaut und helle Haare bewirken in Kombination eine effektivere Dichte. Bei dunklen Haaren auf blasser Haut müssen wesentlich mehr Grafts transplantiert werden, um den gleichen Effekt zu erzielen.

Kostenfaktor: Größe des Empfangsbereiches

Je umfassender die kahlen/ausgedünnten Kopfbereiche bereits sind, umso mehr Transplantate sind zu extrahieren. BEISPIEL: Patienten, die beispielsweise eine Stirnglatze von 10 mal 10 Zentimetern aufweisen, benötigen in der Regel durchschnittlich circa 3.500 Haarfollikel, damit der Chirurg eine angemessene Dichte erzielen kann.

Ein natürlich wirkender Haaransatz bedarf jedoch meistens einer höheren Haardichte. Nur so kann der Facharzt gewährleisten, dass die Haar-Versetzung für andere Personen zunächst unentdeckt bleibt. Nach etwa zwölf Monaten kann der Empfangsbereich bei Bedarf erneut aufgefüllt werden, um die Haardichte zu erweitern.

Kostenfaktor: Standort der Haarklinik/des Instituts

Für eine Haartransplantation in der Türkei fallen deutlich weniger Kosten an, als beispielsweise bei einem Eingriff in Berlin/Deutschland. Die Türkei gilt allgemein ökonomisch als ‚Entwicklungsland‘, da Lebenshaltungs-, Lohn- sowie Lohnnebenkosten auf einem relativ geringen Niveau liegen. Da auch in Haarinstituten/-kliniken das Personal den größten Kostenfaktor ausmacht, handelt es sich hierbei um einen wesentlichen Grund, der Dir eine günstige Haartransplantation ermöglicht.

Übrigens: Türkische Haarkliniken/-praxen führen pro Jahr wahrscheinlich mehr Haar-OPs durch, als die kompletten westlichen Länder gemeinsam. Dadurch greift für die Türkei der ‚Skaleneffekt'(economies of scale) – die Fixkosten jedes Eingriffs sinken, da die Menge der Haar-OPs steigt.

 


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